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Wie wir rechnen

NetzstromkostenSolare ErzeugungEigenverbrauchEinspeisungStromvergütungFinanzierungGesamtergebnisStrompreisentwicklungIhre Berechnung

Netzstromkosten

Auch mit einer Solaranlage kaufen Sie einen Teil Ihres Stroms noch aus dem Netz — zum Beispiel nachts oder an bewölkten Tagen, wenn die Panels nichts erzeugen. Mit einem Vertragstarif zahlen Sie dabei einen deutlich günstigeren Preis als beim normalen Grundversorger.

Der Netzbezug ergibt sich aus dem, was Sie verbrauchen, minus dem, was Sie selbst aus Ihrer Solaranlage nutzen (Eigenverbrauch).

Jährliche Netzkosten = Netzbezug (kWh) × Stromtarif (€/kWh)
wobei: Netzbezug = Gesamtverbrauch − Eigenverbrauch aus Solar

Beispiel: Bei 4.500 kWh Jahresverbrauch, davon 70 % solar gedeckt, verbleiben 1.350 kWh Netzbezug. Mit dem Vertragstarif von 0,24 €/kWh: 1.350 kWh × 0,24 €/kWh = 324 €/Jahr.

Zum Vergleich ohne Solar: 4.500 kWh × 0,487 €/kWh (Grundversorger Frankfurt) = 2.192 €/Jahr.

Vertragstarif: 0,24 €/kWh*. Typischer Grundversorgertarif: ca. 0,49 €/kWh.

Solare Erzeugung

Ihre Solaranlage produziert Strom abhängig von ihrer Größe (gemessen in Kilowattpeak, kWp) und der Sonneneinstrahlung an Ihrem Standort. Dieser Wert wird in kWh pro kWp und Jahr angegeben — in Frankfurt liegt er beispielsweise bei rund 940 kWh/kWp.

Mit jedem Jahr verlieren Solarmodule minimal an Leistung — branchenüblich sind etwa 0,5 % pro Jahr. Über 20–30 Jahre summiert sich das, bleibt aber beherrschbar.

Jahresproduktion = Anlagengröße (kWp) × Solarertrag (kWh/kWp) × (1 − 0,005)^Jahr

Beispiel: Eine Anlage mit 11,34 kWp und einem Ertrag von 940 kWh/kWp erzeugt im ersten Jahr: 11,34 × 940 = 10.660 kWh.

Degradationsrate: 0,5 %/Jahr (branchenüblicher Wert, Herstellergarantien typisch ≥ 0,5 %).

Eigenverbrauch

Als Eigenverbrauch bezeichnet man den Anteil Ihrer Solarproduktion, den Sie direkt im Haus nutzen oder im Batteriespeicher für später aufbewahren. Je höher der Eigenverbrauch, desto weniger Strom müssen Sie aus dem Netz kaufen — und desto mehr sparen Sie.

Mit einem 10-kWh-Batteriespeicher liegt die Eigenverbrauchsquote typischerweise bei rund 70 %. Ohne Speicher sind es eher 30–40 %, da überschüssiger Strom tagsüber ungenutzt ins Netz fließt.

Eigenverbrauch (kWh) = Jahresproduktion × Eigenverbrauchsquote

Beispiel: Bei 9.979 kWh Jahresproduktion und 70 % Eigenverbrauchsquote: 9.979 × 70 % = 6.985 kWh selbst genutzt.

Typische Eigenverbrauchsquote mit 10-kWh-Speicher: ~70 %. Ohne Speicher: ~30–40 %.

Einspeisung

Den Strom, den Ihre Anlage erzeugt, aber nicht selbst verbraucht, speisen Sie ins öffentliche Stromnetz ein. Dafür erhalten Sie eine gesetzlich geregelte Vergütung — die sogenannte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Einspeisung (kWh) = Jahresproduktion × (1 − Eigenverbrauchsquote)
Einspeiseerlös (€) = Einspeisung × Einspeisevergütung (€/kWh)

Beispiel: Bei 9.979 kWh Produktion und 30 % Einspeisung: 9.979 × 30 % = 2.994 kWh eingespeist. Mit 0,0803 €/kWh: 2.994 × 0,0803 = 240 €/Jahr.

Einspeisevergütung: 8,03 ct/kWh (EEG 2024, § 48 — Anlagen bis 10 kWp, Stand Jan. 2024).

Stromvergütung

Zusätzlich zur gesetzlichen Einspeisevergütung kann Ihr Anbieter Ihren Batteriespeicher am Energiemarkt beteiligen — durch intelligentes Energiemanagement (Smart Meter, virtuelles Kraftwerk). Das System kauft zum Beispiel günstig Strom nachts ein und verkauft ihn in teuren Spitzenstunden. Der Gewinn daraus fließt als monatliche Vergütung an Sie zurück.

Diese Vergütung ist getrennt von der EEG-Einspeisevergütung und hängt von den Marktbedingungen ab. Ihr Anbieter garantiert einen Mindestbetrag.

Monatliche Vergütung = Jahresvergütung ÷ 12

Garantierte Mindestvergütung: 388 €/Jahr (ca. 32 €/Monat). Wahrscheinliche Vergütung: bis zu 952 €/Jahr (ca. 79 €/Monat), abhängig von Marktbedingungen.

Die Vergütung ergibt sich aus Batterieoptimierung und Teilnahme am virtuellen Kraftwerk — nicht aus der EEG-Einspeisevergütung.*

Finanzierung

Bei vielen Solaranbietern finanzieren Sie die Anlage über eine Ratenzahlung — ähnlich wie ein Darlehen. Die monatliche Rate bleibt über die gesamte Laufzeit fest. Nach Ablauf des Darlehens entfallen diese Kosten komplett.

Die Berechnung erfolgt nach der klassischen Annuitätenformel, die auch Banken verwenden:

Monatliche Rate = Anlagenpreis × (Zinssatz/12) ÷ (1 − (1 + Zinssatz/12)^(−Laufzeit×12))

Beispiel: Anlagenpreis 29.850 €, Zinssatz 3,49 % p.a., Laufzeit 20 Jahre: ca. 173 €/Monat.

Hinzu kommt die Servicepauschale (Rundum-Sorglos-Paket inkl. Wartung, Versicherung, Monitoring): 5 €/Monat in den ersten 2 Jahren, ab Jahr 3: 20 €/Monat.

Gesamtergebnis

Alle Kostenbausteine addieren sich zu Ihren monatlichen Solarkosten. Verglichen mit dem, was Sie ohne Solar zahlen würden, ergibt sich daraus Ihre monatliche Ersparnis — oder der Mehraufwand, falls Solar sich (noch) nicht rechnet.

Über 30 Jahre betrachtet zeigt der kumulative Unterschied, ob Solar unterm Strich spart. Nach Ablauf des Darlehens sinken die Solarkosten drastisch — dann zahlen Sie nur noch den günstigen Netzstromtarif und die Servicepauschale.

Monatliche Solarkosten = Netzkosten + Servicepauschale + Finanzierung − Stromvergütung − Einspeiseerlös
Monatliche Kosten ohne Solar = Gesamtverbrauch × Strompreis ÷ 12

Die Differenz ergibt Ihre monatliche Ersparnis. Ist sie positiv, sparen Sie mit Solar — ist sie negativ, kostet Solar Sie mehr als das bisherige Modell (zumindest in diesem Monat oder Jahr).

Strompreisentwicklung

Die deutschen Strompreise sind in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich gestiegen. Bei einem 30-Jahres-Vergleich zwischen Solar und Netzstrom würde die Annahme konstanter Preise die wahren Kosten des Strombezugs aus dem Netz systematisch unterschätzen. Unser Modell ermöglicht es Ihnen, aus drei Szenarien auf Basis historischer Daten zu wählen.

JahrStrompreis (ct/kWh)
200013,94
200518,66
201023,69
201529,16
202031,89
202236,90
202437,20

Durchschnittliche jährliche Steigerungsrate (CAGR) 2000–2024: ca. 3,9 %/Jahr

Strompreis in Jahr N = Heutiger Strompreis × (1 + Steigerungsrate)^(N − 1)
Optimistisch (1,5 %/Jahr)
Energiewende-Erfolg, sinkende Großhandelspreise
Moderat (3,0 %/Jahr)
Historischer Durchschnitt seit 2000 (BDEW)
Pessimistisch (5,0 %/Jahr)
Steigende Netzentgelte, CO₂-Kosten
Keine Steigerung (0 %)
Konservative Annahme, heutige Preise bleiben konstant

Hinweis: Die Strompreissteigerung wird nur auf den herkömmlichen Netzstrom (Ohne Solar) angewendet. Der Vertragstarif ist fixiert und steigt nicht.

* Alle Preise und Konditionen basieren auf einem indikativen Angebot eines deutschen Solaranbieters (Stand Feb. 2026) und dienen nur zur Veranschaulichung.


Ihre persönliche Berechnung

Basierend auf Ihren aktuellen Einstellungen im Rechner sehen Sie hier, wie sich die einzelnen Kostenkomponenten zusammensetzen.

KomponentePessimistischIhre EinstellungOptimistisch
Netzstromkosten / MonatWie berechnet?40 €35 €29 €
KomponentePessimistischIhre EinstellungOptimistisch
Solare Erzeugung / MonatWie berechnet?197 kWh231 kWh270 kWh

Davon nutzen Sie ca. 152 kWh/Monat selbst (Eigenverbrauchsquote ~66 %).

KomponentePessimistischIhre EinstellungOptimistisch
Einspeisung / MonatWie berechnet?68 kWh79 kWh93 kWh

Restliche ~34 % werden eingespeist.

KomponentePessimistischIhre EinstellungOptimistisch
Stromvergütung / MonatWie berechnet?32 €56 €79 €
KomponenteFestbetrag (keine Bandbreite)
Finanzierung / MonatWie berechnet?178 €inkl. Servicepauschale: 5 €/Monat
KomponentePessimistischIhre EinstellungOptimistisch
Gesamtkosten Solar / MonatWie berechnet?167 €162 €156 €

Monatliche Gesamtkosten im Vergleich

Ohne Solar145 €/Monat

Bei 3,0 % Steigerung: ~295 €/Monat in Jahr 25

Mit Solar (Bandbreite)156 € bis 167 €/Monat
Mit Solar (Ihre Einstellung)162 €/Monat
Mehrkosten mit Ihren Einstellungen17 €/Monat

Hinweis: Pessimistisch und Optimistisch zeigen jeweils die Auswirkung einer einzelnen Variablen (Solarertrag oder Vergütung) unabhängig voneinander. Sie stellen nicht die gleichzeitige Kombination aller ungünstigen oder günstigen Faktoren dar.